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Unsere Welt scheint in Müll zu ersticken. Hier in Österreich scheint das Problem nicht so präsent zu sein, da wir ein gut funktionierendes Abfallsystem entwickelt haben. Dennoch erreichen uns Bild aus aller Welt, wo dieses Problem Ausmaße angenommen hat, die jeder Beschreibung spotten. So schwimmen in den Meeren ca. 100 Millionen Tonnen Plastik. Das sind im Schnitt rund 13.000 Plastikteile pro Quadratkilometer. Trotz der Geografischen Distanz ist Österreich dennoch mit seinen Flüssen und Müllexport an den Problemen im Rest der Welt beteiligt. Insgesamt gelangen über die Flüsse jedes Jahr bis zu 4 Millionen Tonnen Plastik ins Meer, und dort bleibt es dann. Alleine in Österreich wurden bis vor kurzem pro Jahr ca. 1 Milliarde Plastiksackerl Ausgegeben. Das waren 2000 Sackerl pro Minute. Dies hat sich nun geändert und die Produktion von Plastiktsackerln gehört der Verganenheit an, auch Dank engagierter Menschen, die sich dafür einsetzten.

Die Reportage „Kampf dem Plastik – Wohin mit dem Müll?“ zeigt den couragierten Kampf einfacher Menschen, die sich mit persönlichem Einsatz, ohne finanzielle Unterstützung und  ohne Medienlobby auf den Weg gemacht haben, unsere Welt ein wenig besser zu machen. Sie erfüllen das Gebot Gandhis „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für die Welt“.

Ihr Antrieb ist der Glaube, dass eine Veränderung möglich ist. Die Erkenntnis aus Wissenschaft und Forschung zeigt, dass es bereits Möglichkeiten zur Bekämpfung oder Verminderung des Plastikmülls gibt. Plastik verdauende Mikroorganismen und Schmetterlingsraupen, neueste Recycling Technik, medizinische Forschungen über Mikroplastik in unserer Umwelt und unseren Körpern unterstützen die Aktivisten in ihrer Argumentation. Die weltweite Vernetzung spendet ihnen zusätzlich Mut. So zum Beispiel ein Fotograf in Kenia, James Wakibia der durch beharrliches Engagement quasi im Alleingang ein landesweites Verbot von Plastiktragetaschen in Kenia erwirkt hat. Der Obmann von Seashepherd Österreich bringt es auf den Punkt:  „Wir brauchen nicht nur Menschen, die Probleme aufzeigen, sondern auch solche, die Mut machen und das Problem einfach angehen.“

Menschen wie Peter Machek interessiert ihre Außenwirkung nicht. Er sammelt Plastikstöpsel von Getränkeflaschen. Diese verkauft er einem Recycler und bekommt pro Tonne zwischen 200 und 300 Euro. Er hat in den letzten Jahren über 900 Tonnen Stöpsel gesammelt hat und sich so in die Lage versetzte, mit dem Erlös 12 behinderten Kindern eine Therapie zu ermöglichen.

Stella Wittmann änderte ihr Leben nachdem sie den Film „Plastic Planet“ des österreichischen Regisseurs Werner Boote gesehen hat. Elektrisiert von diesem Film gründete sie den Verein „Plastic Planet Austria“. Unermüdlich und als Mischung von Don Quixote und Sisyphos kämpft sie bei Politikern und Prominenten um Gehör für ihr Anliegen – der Reduktion von Einwegplastik. Sie ist es gewohnt, belächelt zu werden, manchmal sogar ausgelacht zu werden, denn für sie ist nur eines wichtig: Das Erreichen Ihres Ziels. Vor ihr türmt sich ein Berg aus 300.000 Tonnen Plastikmüll, die jährlich in Österreich anfallen wovon ca. 40 Tonnen letztlich im Meer landen. Speziell wenn es um das kaum wahr genommene Problem des Mikroplastiks geht, welches unsere Umwelt massiv bedroht, ist kein Politiker vor ihr sicher, seien es Bundespräsidenten oder Kanzler.

In der Reportage: „Kampf dem Plastik – Wohin mit dem Müll?“ kommen zu Wort, Meeresbiologen wie Gerhard Herndl, der  der sein Leben der Erhaltung der ozeanischen Lebensräume gewidmet hat und eindringlich vor den Auswirkungen des Mikroplastiks warnt, welches mittlerweile alle Lebensräume erobert hat, oder Martin Kainz vom Wassercluster Lunz, der bahnbrechende Forschung mit Plastik verdauenden Mikroorganismen betreibt, Gudrun Obersteiner und Marcel Liedermann von der Universität für Bodenkultur, die der Plastikfracht der Donau ihre Aufmerksamkeit widmen und Philipp Schwabl vom AKH Wien, der Mikroplastik im Menschen erstmals nachgewiesen hat. Sie alle leisten ihren Betrag und kämpfen für eine gesündere Umwelt und gegen die Lobbys aus Industrie und Politik, die ihnen allzu oft die nötige Aufmerksamkeit verweigern.

Die symbiotische Verbindung von Wissenschaft und Aktivismus könnte so der nötigen Wende, dem Notwendigen, zum Durchbruch verhelfen denn das „sich anlegen“ mit den Mächtigen ist das Geschäftsmodell der Aktivisten.

Sie haben nichts viel zu verlieren, sind Diener ihres Anliegens und das macht sie stark.

Weiterführende Informationen und Links

Mitwirkende im Film
Studien zu Mikroplastik
Bakterien nutzen Mikroplastik
Mikropplastik in Gewässern
Mikroplastik in Meer
7 Dinge über Mikroplastik
FAQ über Mikroplastik
Wikipedia Mikroplastik
Gesetze und Publikationen
EU Vorsorgeprinzip
Greenpeace Nachhaltigkeit
Einwegplastik Deutschland
EU Plastikstrategie
Der Seneca Effekt